Nachhaltigkeit in den Investments? Oder grüne Geldanlage? Philosophische Gedanken

Bild gruene Geldanlage Erde Nachhaltigkeit

Mit der Zeit interessiere ich mich immer mehr für Nachhaltigkeit. Ich spare Wasser und Strom. Ich kaufe im Unverpackt-Laden ein. Extrem selten fliege ich. Solche Dinge halt. Nachhaltigkeit ist mir wichtig.

Als ökologisch orientierter Mensch mag man sich nun also fragen? Wie kann grüne Geldanlage aussehen?

Aktien und Nachhaltigkeit?

Beim Nachdenken über Nachhaltigkeit kam schnell die Frage auf: Sind Aktieninvestments nachhaltig? Ich will dieses Thema auch etwas philosophisch angehen. Wenn man Anteile an einem Unternehmen in Form von Aktien hält, dann unterstützt man meiner Meinung nach indirekt das Unternehmen.

Sind Aktien nachhaltig? Das lässt sich pauschal vermutlich nicht beantworten. Also differenzieren wir. Ich würde bspw. keine Nestlé kaufen. Und hadere auch mit den ETF’s weil Nestlé enthalten ist.

Andererseits besitze ich Bayer-Aktien, was für viele Investoren ein No-Go ist.

Der norwegische Staatsfonds investiert nach ethischen Gesichtspunkten. Viele Anleger orientieren sich daran. Hier gibt es mehr Infos dazu.

Kapital oder Konsum?

Ist Kapital gar generell unnachhaltig? Viele würden sagen ja. Was tun? Was wäre die Alternative? Leben ohne Geld? Leben mit extrem wenig Geld? Ich kann mir ein Leben ohne Geld nicht vorstellen. Habe das Buch „Der Mann ohne Geld“ von Boyle gelesen. Ich fand es sehr inspirierend. Für den Autor war es allerdings auch nur ein „Jahresprojekt“. Aus mehreren Gründen entschied er sich, sein Experiment zu beenden

Wenn Kapital unnachhaltig ist. Was meinen wir dann damit? Konsum würde nicht unter Kapital fallen. Ist meiner Meinung nach aber unnachhaltiger als Kapital an sich. Kapital heißt ja auch nicht unbedingt Aktien. Kapital kann bspw. auch in Immobilien gebunden sein.

Ist man als Frugalist, der sein übriges Geld investiert, bescheiden lebt etc. nachhaltiger als als „Normalkonsument“? Hier mein Beitrag zu Minimalismus und Finanzen: https://www.finanzmixerin.de/2018/03/11/minimalismus-und-finanzen/

Ist es legitim, Konsumgüterhersteller etc. zu unterstützen?

Ich bin mir da unschlüssig. Ggf. werde ich meine Geldanlage überdenken. Ich lasse mir das jedoch offen.

In vielen Bereichen meines Lebens bin ich sehr weit, was Nachhaltigkeit angeht. Ich bin nur nicht sicher, ob ich beim Thema Finanzen Kompromisse machen möchte.

Exzessiver Konsum ist nicht nachhaltig. Da sind wir uns sicher einig. Also schränkt man den Konsum ein. Man benötigt dann weniger Geld. Ist es dann nachhaltiger, einfach die Arbeitszeit zu reduzieren, als auf die finanzielle Freiheit mittels Aktien hinzuarbeiten. Und wird die Rente dann ausreichen? Beide Modelle erscheinen mir nachhaltiger, als einfach alles Geld rauszuhauen und zu konsumieren, als gäbe es kein Morgen.

Wie sollte man Unternehmen auswählen? Sollte ich nur noch Aktien von Unternehmen kaufen, hinter denen ich stehe?

Ich habe mir kürzlich 2 Elektroroller-Unternehmen ins Depot geholt: NIU Technologies (ISIN: US65481N10000), der Weltmarktführer für Elektroroller. Und Xiaomi. Eigentlich ein Technologieunternehmen, das auch die faltbaren Elektroroller herstellt. Im einen Fall ist es also der Roller, auf dem man drauf sitzt (ähnlich einem Mofa) und im anderen Fall erinnert der Elektro-Roller an diese Tretroller. Beides wird Elektroroller genannt. Und bei beidem sehe ich Potenzial.

Edelmetalle und Kryptowährungen?

Ich hatte früher nichts gegen Investitionen in Edelmetalle einzuwenden. Jedoch ist die Gewinnung der Edelmetalle sehr energieintensiv. Außerdem klebt an Gold eine Menge Blut. Dazu gibt es Dokumentationen. Für mich kommt es aus diesem Grund nicht in Frage, hier zuzukaufen.

Kryptowährungen sind ebenfalls energieintensiv.

Immobilien?

Ist eine Investition in Betongold nachhaltiger? Man schafft Wohnraum oder stellt diesen bereit. Wenn es eine Eigentumswohnung in einem größeren Mehrfamilienhaus ist und die Wohnung für die Zahl der bewohnenden Menschen nicht überdimensioniert ist, dann ist die Wohnraumvermietung meiner Meinung nach nicht unökologisch.

Sollte ich mich auf Immobilieninvestments beschränken? Und dabei auf Nachhaltigkeit achten?

Das waren jetzt etwas unsortierte Gedanken zu Nachhaltigkeit bei Investments.


2 Gedanken zu “Nachhaltigkeit in den Investments? Oder grüne Geldanlage? Philosophische Gedanken”

  1. Hallo,

    ich versuche auch in letzter Zeit nachhaltiger zu leben (mehr im Wochenmarkt einkaufen, noch mehr Fahrrad statt das Auto zu nehmen, dieses Jahr nur einmal das Flugzeug zu nehmen). In der Finanzwelt investiere ich gerade in iShares MSCI USA ESG Screened UCITS (https://www.justetf.com/de/etf-profile.html?isin=IE00BFNM3H51) und habe damit ein gutes Gefühl.

    In einem finanzrocker Podcast bin ich auf das Blog von Ben unter https://www.divantis.de/anlagekriterien/ aufmerksam geworden. In dem Blog werden viele
    gute und nachhaltige Aktien genannt, die auch eine gute Dividende abwerfen. Eventuell sind dort einige interessante Werte für dich zu finden. Ich konnte
    daraus jedenfalls schon eine Menge herleiten.

    Viele Grüße
    finanzmatze

  2. Hallo Matze,

    finde ich ja richtig gut, deine Bestrebungen.

    Danke auch für die Anregungen!

    Viele liebe Grüße

    Tanja

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